Auch mit nur eingeschränkter formeller Bildung würde jeder, der gesunden Menschenverstand und Disziplin besaß, Schmetterlinge züchten können. Außerdem waren Joris und Maria der Meinung, dass kein Exportgut symbolträchtiger für ein Land ohne Armee und mit einer langen Tradition im Naturschutz sei als Schmetterlinge. Inspiriert von E.F. Schumachers Buch “Small is Beautiful“, sammelten Joris und Maria ihre bescheidenen Ersparnisse zusammen und traten ihre Karriere als Schmetterlingszüchter an. Mit der Hilfe ihres Freundes Rubén Canet verbrachten sie zwei Jahre mit der Identifizierung von Wirtspflanzen und der Entwicklung von Zuchtmethoden. Ein Gesetz musste geändert werden, um den Export von lebenden Schmetterlingen zu erlauben – ein Szenarium, das bisher gar nicht bedacht worden war.
Heute wird die Gründung von CRES als Fallstudie für einen Kurs über Neue Unternehmensprojekte einer führenden Wirtschaftsschule angeführt. Es ist ein herausfordernder Fall! Es gab keine anderen Schmetterlingszuchten in Lateinamerika, die man sich als Vorbild hätte nehmen können. Die Gründer hatten keine Erfahrung, hatten nie Schmetterlinge studiert, Entomologie oder, was es hauptsächlich war, Biologie. Es existierte keine Literatur über das Züchten von Schmetterlingen. Die Gesetze in jener Zeit verboten den Export von Schmetterlingspuppen. Die Gründer besaßen kein offizielles Aufenthaltsrecht. Sie besaßen kein Startkapital neben einer Pauschale zur Neuorientierung, die Joris vom Peace Corps erhalten hatte.
2009 feierte CRES aber seinen 25. Jahrestag und ist einer der größten Schmetterlingslieferanten der ganzen Welt. Zusammen mit der Butterfly Farm hat CRES die Schmetterlingszucht in Costa Rica erfolgreich nach vorne gebracht. Heute ist die Schmetterlingszucht für den Export, Ausstellungen und Souvenirs eine bedeutende Industrie, die hunderten von Familien Arbeit gibt.






























