Weshalb Schmetterlingszucht?
Wir leben in einer Welt, dessen Verfall stetig zunimmt. Klimawandel, das Ozonloch, schlechte Luft, kontaminiertes Wasser, das Aussterben vieler Spezies, ein Mangel an schlüssiger politischer Führung, sowie der Verfall gesamter Gesellschaften; die menschliche Spezies sieht sich mit einer Vielfalt an höchst komplexen Herausforderungen konfrontiert. In unserer Suche nach Nahrung, Obdach und den notwendigen Rohstoffen um unsere moderne Gesellschaften sowie unseren Lebensstil zu erhalten, werden unsere kurzfristigen Bedürfnisse auf Kosten des langfristigen Überlebens unseres Planeten befriedigt. Eine der Herausforderungen unserer heutigen Zeit ist die Entdeckung und Entwicklung von Industrien, Gesellschaften und auch Lebensmustern, welche die Effekte unserer Präsenz auf der Erde minimisieren.
In seinem Buch “Klein ist Schön”, schlägt E. F. Schumacher viele Lösungen für die Herausforderungen der heutigen Welt an. So schlägt er beispielsweise wirtschaftlichen Unternehmen die ganzheitliche Integration angebrachter Technologien vor. Für Schumacher ist eine angebrachte Technologie: einfach zu verstehen für die Menschen, die sie anwenden, nicht schädlich für die Umwelt, verwendet lokal vorhandene Rohstoffe, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig und schliesslich nicht dehumanisierend oder degradierend für die Menschen, die sie anwenden.
Die Schmetterlingszucht besitzt alle beschriebenen Eigenschaften einer angebrachten Technologie. Wenn sie korrekt ausgeführt wird, ist die Schmetterlingszucht eine alternative und fortschrittliche Unternehmung, die ihre direkte Umgebung von der wir, sowie andere lebenden Organismen abhängig sind, respektiert. Im Gegensatz zu der traditionellen Agrarwirtschaft in tropischen Ländern, welche das Roden natürlicher Lebensräume voraussetzt, ist die Schmetterlingszucht von der lokalen Vegetation abhängig. In den meisten Fällen wird der Schmetterlingszüchter dazu ermutigt in (teilweise sehr grossen) Gebieten Ihres Grundstücks die natürliche Vegetation intakt zu lassen. Allermindestens müssen Farmer eine Anzahl nativer Pflanzen in und um ihre Farm pflanzen, die als zuverlässige Nahrungsquelle für die Larven fungieren. Daher hat die Schmetterlingszucht eine inhärente beidseitige Beziehung zwischen den einheimischen Pflanzen und den Lebensräumen, die diese Pflanzen kreieren.
Zusätzlich zu diesen Faktoren, besitzt die Schmetterlingszucht weitere Vorteile, unter Anderem die Erzeugung von Arbeitsgelegenheiten auf dem Land, was der ruralen Wirtschaft zugute kommt, sowie die Minderung der ruralen zu urbanen Migrationsmustern. Wenn sich die Farm in der Nähe eines Waldes, wie beispielsweise eines Nationalparks befindet, könnte die menschliche Bevölkerung nicht lediglich von diesem Park profitieren, sondern hätte auch einen Interesse an der Integrität und das Überleben dieses Parks. Schmetterlinge repräsentieren definitiv ein nicht-traditionelles Exportprodukt und haben deshalb einen positiven Effekt auf die Abhängigkeit vieler Länder von dem wechselhaften Markt der wenigen üblichen Handelsware wie beispielsweise Kaffee, Zucker und Bananen. Schmetterlinge generieren ein Einkommen aus fremden Währungen für Wirtschaften, die eine harte Währung dringend benötigen. Auch die ästhetische Schönheit spricht für die Schmetterlingszucht. Ausserdem ist dieser Handel nicht nur unaufdringlich, sondern trägt zudem an der intellektuellen Stimulierung und den ästhetischen Wert derjenigen Gemeinden bei, die Schmetterlingszucht betreiben. In Bezug auf das Endprodukt kann behauptet werden, dass ein Land keine besseren Repräsentanten finden kann als seine Schmetterlinge.
Abgesehen von einem Motorrad und möglicherweise einer elektrischen Pumpe zur Bewässerung, wird praktisch kein kostspieliges oder technologisch hoch entwickeltes Kapital benötigt. Die technologische Einfachheit der Schmetterlingszucht minimiert daher die Belastung einer bereits nach Dollar hungernden Wirtschaft beim Aufbau eines Programms zur Schmetterlingszucht. Weiterhin beseitigt die Schmetterlingszucht die Abhängigkeit der Farmer von mangelnden importierten Materialien und den technischen Kenntnissen um anspruchsvolle Apparatur zu bedienen. Obwohl wenige Menschen sich mit dem Lebenszyklus des Schmetterlings auskennen, kann dieser anhand einer kleinen Erklärung einfach verstanden werden. Es reicht völlig aus um den Menschen die Metamorphose einer Larve zur Puppe und anschliessend in einen erwachsenen Schmetterling einmal zu zeigen, damit diese das Konzept verstehen.
Nachdem wir einige Vorzüge der Schmetterlingszucht aufgezeigt haben, ist es notwendig zu betonen, dass Schmetterlinge keine Lebensmittel sind, die einen unersättlichen Markt geniessen. Auch wenn die Schmetterlingszucht generell als ausgezeichnetes Mittel zur Entwicklung von Ländern gesehen wird –und in vielen Publikationen von Entwicklungsorganisationen als solche gepriesen werden– ist sie sicherlich keine Allheilmittel für Schmetterlingsreiche, aber bargeldlose Gemeinden. Mit der Ausnahme von einigen Regionen in Afrika und Asien, ist das Angebot von gezüchteten Schmetterlingen in den vergangenen Jahren stark gestiegen, ohne dass die Nachfrage gleichzog. Das unvermeidliche Resultat ist eine Abwärtsbewegung der Preise.
Wie funktioniert eine Schmetterling Farm?
Das tägliche Geschäft einer etablierten Schmetterling Farm besteht aus vielen Komponenten: Zunächst der entomologische Aspekt der Schmetterlingszucht, weiterhin die gärtnerischen Plichten wie die Verbreitung der geeigneten Nahrungspflanzen und Blumen, sowie selbstverständlich die Buchhaltung und weitere administrative Tätigkeiten. Wir werden uns hier auf den Zuchtprozess konzentrieren. Obwohl viele Zuchtprozesse existieren, folgt ein Beispiel des typischen Verfahrens in Costa Rica.
Eine Schmetterling Farm sollte auf einer solchen Weise geführt werden, dass sie eine symbiotische Wechselwirkung mit den einheimischen Schmetterlingspopulationen erlaubt. Der ideale Lebensraum sollte auf der Farm, sowie in der näheren Umgebung einen Überfluss an Blumen und Nahrungspflanzen enthalten.
Mit der Entwicklung dieser Pflanzen, sollte die Farm eine Art Zufluchtsort für Schmetterlinge werden, der Nahrung und Nektar in Überfluss bietet.
Weibliche Schmetterlinge, die in der Wildnis gefangen- oder in einem abgegrenzten Gebiet gezüchtet wurden, werden freigelassen um innerhalb einer grossen, geschlossenen Struktur zu fliegen, die ebenfalls die notwendigen Pflanzen bietet. Da jede Schmetterlingssorte zum Überleben ihre eigene Wirtspflanze benötigt, muss der Farmer bereits weit im Voraus antizipieren welche Spezies er/sie zu züchten plant, damit die notwendigen Pflanzen vorhanden sind. Die typische Grösse eines Flugbereichs in Costa Rica ist ca. 25 Quadratmeter und 3 Meter hoch, obwohl es keine optimale Grösse gibt. Ein Weibchen legt im Durchschnitt 100 Eier oder mehr. Einige Sorten legen ihre Eier einzeln und während mehreren Tagen. Andere legen ihre Eier gemeinsam in mehreren Sitzungen.
Die Eier müssen täglich aus dem Flugbereich entfernt- und an einem sicheren Ort platziert werden, wo Raubtiere (Ameisen, Spinnen, parasitische Wespen, Eidechsen, etc.) sie nicht erreichen können. Bei Costa Rica Entomological Supply, werden die Eier in kleinen parasiten- und Raubtierresistenten Plastikdosen platziert.
Um in einem grossen, eingezäunten und mit Laubwerk gefüllten Grundstück hunderte von Schmetterlingseiern zu finden, ist nicht ganz so schwierig wie es sich anhört. Die Weibchen aller Spezies legen ihre Eier lediglich auf ihren jeweiligen Wirtspflanzen. Ausserdem hat jede Schmetterlingssorte eine Präferenz bezüglich der Lage ihrer Eier. Während die eine Sorte ihre Eier an der Unterseite von alten und getrockneten Blättern legt, legt die andere ihre Eier auf dem meist frischen und neuen Gewächs. Mit einiger Erfahrung weiss eine Person schon bald, an welchen Orten die Eier am besten und schnellsten eingesammelt werden können.
Die gesammelten Eier müssen täglich kontrolliert werden. Larven aus dem ersten Stadium sollten sorgfältig entfernt- und vorsichtig auf einen der eingetopften Pflanzen platziert werden, die sich wiederum in Käfigen befinden. Während den ersten zwei Wochen der ersten drei Stadien essen die Raupen sehr wenig. Nach ihrem dritten Stadium ist die Raupe allerdings unersättlich. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass der Farmer bereits Monate im Voraus genügend Nahrungspflanzen vorbereitet hat, um die Larve in ihren späteren Phasen ernähren zu können. Aufgrund der grossen Mengen an Nahrung, die Raupen zu sich nehmen, wird es zu diesem Zeitpunkt undurchführbar die Larven mittels eingetopften Pflanzen zu füttern. Vielmehr sollten sie mit geschnittenen Pflanzen gefüttert werden. Im Allgemeinen werden ein bis zwei Faustgrössen der jeweiligen Nahrungspflanze für jeden Käfig geschnitten. Die Stängel werden in ein Wasserglas gestellt, um die Frische des Laubwerks für 24 Stunden zu erhalten. Daraufhin werden die Larven auf diese geschnitten Pflanzen platziert, damit sie so viel füttern können wie sie es sich wünschen.
Die Käfige sollten täglich gereinigt werden. Dies beinhaltet das Entfernen der Stiele der verzehrten Pflanzen des vorherigen Tages; das Entfernen des Kots von dem Boden des Käfigs; das Bringen neuer, frisch geschnittener Wirtspflanzen; und das Zurückbringen der Larven zu ihren Wirtspflanzen.
Die Wichtigkeit von Sauberkeit und Fleiss kann nicht genügend betont werden. Wenn dies auch nur für einen Tag vernachlässigt wird, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Schmetterlinge an einer Vielzahl von Krankheiten oder Viren sterben, oder auch verhungern. Wenn Sie nur einige tausende Larven züchten, sind Sauberkeit und Sorgfalt ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen im Bereich der Schmetterlingszucht.
Sobald die Larven ihr fünftes und letztes Stadium abgeschlossen haben, wandelt sich diese in eine Puppe. Sie befestigen sie entweder als Puppe an der Decke ihres Käfigs, oder an den Nahrungspflanzen. Das Personal sollte also besonders sorgfältig vorgehen, so dass nicht versehentlich eine Puppe entfernt wird. Es ist wichtig, dass täglich jemand vorbeigeht um die Käfige zu kontrollieren und die Puppen täglich zu entfernen. Da die Phase der Puppe normalerweise nur kurz Zeit dauert, ist es ausserdem wichtig die Puppen täglich einzusammeln, so dass der Farmer sein Alter kennt. In Costa Rica sollte eine Puppe nicht älter als drei Tage sein, bevor sie verschickt wird. Schmetterlinge zu züchten ist sicherlich kein einfaches Unterfangen. Im Freien haben Schmetterlinge üblicherweise eine Überlebensrate von 2% zwischen Ei und erwachsenem Schmetterling. Die anderen 98% werden möglicherweise von Raubtieren verschlungen, an sterben aufgrund eines Virus oder an einer Krankheit, oder aufgrund der klimatischen Bedingungen (Trockenheit, Wind, Temperaturen, usw.). Ein erfolgreicher Farmer kann, mit ein wenig Glück und indem er die Schmetterlinge von den Einflüssen der Mutter Natur abgrenzt, die Überlebensraten von 2% auf 90% bringen.
Der Markt für lebende, gezüchtete Schmetterlinge
Das Züchten von Schmetterlingen ist keine neue kommerzielle Aktivität. Die Chinesische Seidenindustrie, basiert auf das Züchten von Motten der Saturnidae Familie, existiert bereits seit vielen Tausenden Jahren. Die Schmetterlingszucht zur Schau der Öffentlichkeit begann erst in 1977.
Ein Interesse an die Lepidoptera bekam für viele Menschen im Westen während des Viktorianischen Zeitalters rund 1860-1910. Zu der Zeit genoss der Englische Adel aufgrund des globalen Reichs Großbritanniens einen Überfluss an Wohlstand und Freizeit, und begann mit dem Sammeln, der Identifikation und der Katalogisierung von Lepidoptera aus der gesamten Welt. Zu einem gewissen Punkt beschäftigte der Adlige Rothschild über 400 Forschungsreisende und Kolonisten über der ganzen Welt um Schmetterlinge für ihn zu sammeln, die sich im Laufe seines Lebens zu der weltweit grössten Schmetterlingssammlung einer Einzelperson entwickelte.
Seit der Blütezeit der Lepidopteristen in dem Viktorianischen Zeitalter, interessierten Schmetterlinge bereits Tausenden von Biologen und Freizeit-Liebhaber. Schmetterlinge wurden in vielen Forschungsprojekten diskutiert, von Genetik bis hin zur Bevölkerungsdynamik. Die Sammlung von Schmetterlingen ist bereits seit langer Zeit eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Einige Sammler nehmen diesen Zeitvertreib sehr ernst und identifizieren und bewahren diejenigen Exemplare, die sie selber gefangen haben ordentlich auf. Die informellen Sammler fallen in zwei Kategorien: Es gibt diejenigen, die zu ihrem eigenen Vergnügen und Unterhaltung lediglich Schmetterlinge aus ihrer direkten Umgebung fangen. Andere bestellen anhand von glänzenden Prospekten, bereitgestellt von „deadstock dealers“ (Händlern mit totem Lagerbestand). Solche Freizeitsammler werden oftmals geringschätzig mit Briefmarkensammlern verglichen, die mutwillig Schmetterlinge sammeln um eine attraktive Collage oder ein komplettes Set einer Familie oder eines Genus zu besitzen.
Nicht überraschenderweise gibt es Hobbyisten, vor Allem in Gross-Britannien, die in ihren Hinterhöfen Schmetterlinge aus der ganzen Welt züchten. Sie geniessen es neue Spezies wie die Malaysianische Papilio heranzuzüchten, ein perfektes Exemplar für ihre anwachsende Sammlung zu acquirieren oder zu beobachten wie eine Morpho aus ihrer Puppe schlüpft, währenddem sie selber ihr Frühstück essen. Durch Klubs wie The Entomological Livestock Group, wo diese ca. 2.500 Menschen ihre wertvolle Handelsware kaufen, verkaufen und tauschen, die meist von einigen wenigen Händlern aus dem Südosten Asiens stammen. Aufgrund der informellen und zurückhaltenden Marketingkanäle dieser kleinen Gruppe, entstand schliesslich die heutige, blühende Industrie der Schmetterlingsausstellungen.
In 1977 war ein Mann, der auf der Guernsey Insel in dem Englischen Kanal wohnte, besorgt über die nachlassende Tourismusindustrie. Obwohl Guernsey für Englische Touristen immer ein beliebtes Ferienziel gewesen war, konnten sie während schlechtem Wetter nicht viel mehr unternehmen, als in ihren Hotels zu sitzen. Zur gleichen Zeit führte die Insolvenz der Tomatenindustrie Guernseys zu Kilometern von leeren Gewächshäusern auf dem Land.
Die Idee um diese leeren Gewächshäuser zu akquirieren und mit tropischen Pflanzen zu füllen, um die Essenz eines tropischen Dschungels zu kreieren, kam von dieser Person. Um Interesse, Farben und Bewegung hinzuzufügen, importierte er einige lebendige Schmetterlinge aus Asien, mittels eines Mitgliedes des eben genannten Klubs.
Die daraus resultierende Einzäunung, mit Wasserfall und schlängelndem Bach, wurde als Schmetterlingsausstellung publiziert und dem Publikum eröffnet. Logischerweise war das Projekt ein enormes Glücksspiel. Nicht nur war es vollkommen unmöglich die Reaktion des Publikums einzuschätzen, die Technik war ebenso unbekannt. Noch nie zuvor waren dem Publikum tropische Schmetterlinge vorgeführt worden. Wie sollte eine Schmetterlingsausstellung organisiert werden? Welche Pflanzen sollten akquiriert werden und woher? Was wäre die ideale Temperatur und welcher Feuchtigkeitsgrad sollte berücksichtigt werden? Eine der meist erheblichen Fragen war, wie geht man bei dem Kauf lebender Schmetterlinge vor? In 1977 gab es keine professionellen Schmetterlingszüchter in den Tropen. Es gab lediglich einige Freizeit-Hobbyisten, die jedes Mal lediglich einige dutzende Schmetterlinge züchteten und verkauften. Die Herausforderung der Akquise von tausenden gesunden, lebenden, tropischen Schmetterlingen war tatsächlich eine sehr grosse.
Zur Überraschung vieler, war die Schmetterlingsausstellung ein kommerzieller Erfolg. Nachdem im Anschluss an Guernsey´s Erfolg viele andere Ausstellungen eröffneten, bekam das Konzept schon schnell einen günstigen Ruf in den Beteiligungskapital-Kreisen. Sie wurden beliebt, da sie als Unternehmen gesehen wurden, die bereits nach kurzer Zeit einen Gewinn einbrachten. Von 1980 bis ungefähr 1988 explodierte die Industrie der lebenden Schmetterlingsausstellungen. Ein dutzend oder mehr eröffneten jährlich. Viele dieser Ausstellungen waren unabhängig und boten dem Publikum nicht viel mehr als Schmetterlinge. Andere Ausstellungen machten Teil grosser Anwesen aus, während wieder andere ein Zusatz separater Geschäfte wie Gartenzentren waren, ein Anhang um Publikum anzulocken. Glücklicherweise, verschwanden die kurzlebigen und unverlässliche Ausstellungen im Laufe der 20 Jahre, nachdem der Markt sich weiter entwickelte und reifte.
Die Ausstellungen in Europa werden grösstenteils von Schmetterlingsmäkler versorgt. Während in 1980 die einzige Vollzeit-professionelle Zulieferer von Schmetterlinge eine Firma ausserhalb von Birmingham, England war, mit dem Namen Entomological Livestock Supplies, gibt es heutzutage viele in Westeuropa. Diese Menschen importieren Schmetterlingspuppen aus vielen Teilen der Welt und kombinieren diese anschliessend, um die Bedürfnisse der Ausstellungen zu versorgen. Da Schmetterlingspuppen sehr leicht vergänglich sind –im Durchschnitt dauert es 10 Tage bevor ein Schmetterling schlüpft– ist Zeit von äusserster Bedeutung. Die Puppen werden mittels eines Tür-zu-Tür Kurierservice transportiert, aus dem Land der Herkunft zum Zulieferer, um dann neu verpackt und innerhalb weniger Stunden weiter versendet zu werden.
Die weltweit führenden Produzenten von Schmetterlingspuppen sind Malaysien, die Philippinen, Thailand, Kenya, die Vereinigten Staaten, El Salvador, Surinam, Ecuador und Costa Rica.
In den letzten Jahren ist die Industrie der Schmetterlingsausstellungen in den Vereinigten Staaten aufgeblüht, was den Hauptteil des Wachstums der Industrie angetrieben hat. Mehr als ein Dutzend grosse Ausstellungen operieren heutzutage, und einige mehr sind entweder geplant oder im Bau. Die grösste Schmetterlingsausstellung Nordamerikas, die Niagara Parks Commission´s (Ontario) Butterfly Garden ist eine $15 Millionen Dollar Anlage, die im Dezember 1996 eröffnet wurde. Innerhalb von einem Wochenende in Januar, erhielt die Ausstellung 20.000 Besucher.
Es sollte nicht übersehen werden, dass ein anderer wachsender Markt für lebende Schmetterlinge, die der Schmetterling-Freilassungen ist. Zunehmend kaufen Menschen eine grosse Anzahl von Schmetterlingen, um diese während Hochzeiten und anderen besonderen Gelegenheiten frei zu lassen. In Costa Rica nahmen Mitglieder der Costa-ricanischen Legislative vor kurzem an einer Schmetterling-Freilassung teil, bei einer Spendenaktion für Strassenkinder. Während jeder Gesetzgeber einen Schmetterling frei liess, nannte er den Namen eines Kindes. Der freigelassene Schmetterling repräsentierte das Leben und die Hoffnung für dieses Kind. Man könnte sich gut vorstellen, dass die gesamten Herze der Anwesenden mit jedem Schmetterling hochflogen.
Es sollte allerdings erwähnt werden, dass im Falle der Zucht für die Freilassung der Schmetterlinge im Freien für Veranstaltungen wie diese, Vorsicht geboten ist. Die Effekte der Freilassung versetzer Schmetterlinge (und versetzten Genetik) in anderen Lebensräumen und Teilen der Welt sind bisher unbekannt.






























