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Häufig gestellte Fragen

Die folgenden Fragen wurden in vier Kategorien verteilt, um die Suche anhand von bestimmten Themen zu  sortieren. Die kursiv gedrückten Wörter können in dem Glossar nachgeschlagen werden.

Habitat

Was ist eine Wirtspflanze?
Eine Wirtspflanze ist eine spezifische Pflanze oder Gruppe von Pflanzen, mit denen bestimmte Arten von Schmetterlingen eine sehr enge Beziehung haben. Jede Schmetterlingssorte hat üblicherweise eine bestimmte Pflanze auf der sie bevorzugt ihre Eier legt. Aus diesem Grund hängt das Überleben der Schmetterlinge jenseits der Phase des Eis, von der lebenswichtigen Entscheidung des Weibchens ab, wo sie ihre Eier legt.

Weshalb scheint es so als ob heutzutage weniger Schmetterlinge um mein Haus herumfliegen als noch vor 10 oder 20 Jahren?
Die Antwort zu dieser Frage liegt in der Zerstörung des Lebensraums. Immer mehr natürliche Lebensräume werden zerstört um modifizierte Lebensräume für Menschen zu erschaffen. Die daraus folgende Zerstörung der Wirtspflanzen führt zu einer Reduzierung der Anzahl  von überlebungsfähigen Schmetterlingen. Wie bei allen anderen Arten des Tierschutzes auch, beginnt der Schutz von Schmetterlingen bei der Erhaltung ihres Lebensraums.

Wie kann ich Schmetterlinge in meinem Garten anlocken?
Die beste Art und Weise um Schmetterlinge anzulocken und ihren vollständigen Lebenszyklus zu beobachten, ist das Pflanzen derjenigen einheimischen Wirtspflanzen, von denen Schmetterlinge abhängig sind. Diese Informationen finden Sie in einem Handbuch zu Schmetterlingen aus ihrer Umgebung. Zusätzlich können Sie Schmetterlinge anlocken, indem Sie zuckerreiche Nahrung bereitstellen. Pflanzen mit dem Namen Nektarpflanzen, die reichlich blühen und gelb, lila oder rot gefärbt sind, ziehen erwachsene Schmetterlinge an. Ausserdem können Schmetterlinge auch mit faulendem Obst angezogen werden, da dessen Oberfläche sehr reich an Zucker ist.

Der Lebenszyklus der Schmetterlings

Wie lange lebt ein Schmetterling?

In der erwachsenen Phase, lebt ein Schmetterling etwa drei bis vier Wochen. Allerdings kann der gesamte Lebenszyklus eine Schmetterlings zwischen zwei und acht Monaten dauern, diese Dauer unterscheidet sich je Spezies. Einige migratorischen Schmetterlinge, wie beispielsweise die Monarchschmetterlinge in Nordamerika, können in einer Generation sieben bis acht Monate leben. Andere, wie beispielsweise die Heliconius Schmetterlinge, welche nicht  migrieren, können trotzdem bis zu acht Monaten leben.

Wieviele Eier legen weibliche Schmetterlinge?
Ein weiblicher Schmetterling legt normalerweise im Durchschnitt circa 100 Eier. Die unterschiedlichen Schmetterlingssorten haben unterschiedliche Herangehensweisen für das Legen ihrer Eier. Einige legen ihre Eier bevorzugt in grossen Mengen und in Gruppen, während andere ihre Eier  lieber einzeln und auf vielen Pflanzen verbreitet legen. Wieder andere können ihre Eier sogar im Flug legen, da ihre Beziehung zu der Wirtspflanze weniger spezifisch ist  und sie  daher weniger genau bei der Wahl der Pflanze sein müssen.

Wie paaren Schmetterlinge?
Schmetterlinge paaren mit dem Rücken zueinander, die Flügel des Männchens befinden sich üblicherweise zwischen den Flügeln des Weibchens. Die männlichen Schmetterlinge befestigen sich mittels ihres Klammerapparates an dem Abdomen des weiblichen Schmetterlings, und injizieren so ihr Sperma in dem Abdomen.  Dort angelangt speichert das Weibchen die Spermen in einem speziellen Beutel, der sich Spermatecae nennt, bis sie sich entscheidet ihre Eier  zu legen. Erst zu dem Zeitpunkt werden die Eier von dem Sperma befruchtet.

Wie lange befindet sich ein Schmetterling in den unterschiedlichen Phasen ihres Lebenszyklus?
Im Durchschnitt, sieht der Zeitplan des Lebenszyklus wie folgt aus:

Ei-                                           7                                             bis                           10 Tage
Puppe-                      7                                             bis                           10 Tage
Larve-                                      3                                             bis                           4 Wochen
Erwachsene-             3 bis 4 Wochen

Produzieren Schmetterlinge Kokons?
Nein, es ist inkorrekt zu behaupten, dass ein Schmetterling ein Kokon produziert. Ein Schmetterling produziert eine  Puppe, während die Motte einen Kokon produziert. Dies sind die beiden Arten von Puppen, die von den Lepidoptera produziert werden.

Allgemeine Ökologie

Wie viele Schmetterlingssorten sind in der Wissenschaft bekannt?
Ungefähr 20.000 Spezies sind der Wissenschaft bekannt.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Motten und Schmetterlinge?
Die folgenden Unterschiede sind Allgemeinheiten und besitzen viele Ausnahmen:

Farben- Schmetterlinge sind üblicherweise bunter als Motten. Schmetterlinge haben gewöhnlich bestimmte Farben auf ihren Flügeln, während Motten typischerweise eher unauffällig erscheinen mit braunen und grauen Farben.

Aktivitäten während des Tages- Schmetterlinge sind meist am aktivsten während den Morgenstunden des Tages, wohingegen Motten nachtaktiv sind.

Haare- Motten haben grössere Mengen Haare auf ihren Körpern, während Schmetterlinge üblicherweise weniger Haare besitzen (vor Allem auf ihren Antennen).

Puppe- Dies ist die beste Eigenschaft um Motten und Schmetterlingen  zu unterscheiden. Schmetterlinge kreieren ihre Puppe ohne Seide und werden Schmetterlingspuppen genannt. Die Motten dagegen kreieren eine Puppe  mit Seide, die als Kokon bezeichnet wird.

Wie hoch ist die Überlebensrate von Schmetterlingen im Freien?
Schmetterlinge haben lediglich eine 2% Überlebensrate im Freien! Demzufolge bezeichnen wir dies als eine Sterbensrate von 98%. Dies bedeutet, wenn ein weiblicher Schmetterling 100 Eier legt, lediglich zwei davon überleben um sich zu reproduzieren und selbst Eier zu legen!

Weshalb ist die Überlebensrate im Freien so niedrig?
Schmetterlinge sind Primärkonsumenten und stellen aus diesem Grund für viele Raubtiere eine Nahrungsquelle dar.  Des Weiteren gewährleistet eine Überlebensrate von zwei 2% ein konstantes Gleichgewicht in der Bevölkerung der Schmetterlinge in ihren natürlichen Lebensräumen. Zwei unabhängige Schmetterlinge überleben um jeweils das Weibchen und das Männchen zu ersetzen, welche den Nachwuchs produziert haben.

Welche Raubtiere jagen auf Schmetterlinge?
Es gibt zwei  Gruppen von Organismen, die sich von Schmetterlingen ernähren: die Parasiten und die Raubtiere.

Parasiten sind im Prinzip Raubtiere, wobei sie die Tendenz besitzen, ihre Beute langsam und im Verlauf der Zeit zu töten. Normalerweise legt der Parasit ein Ei in einem beliebigen Teil des Schmetterlings (zu jedem beliebigen  Zeitpunkt  des Lebenszyklus) und entwickelt sich mit der Zeit anhand einer konstanten Nahrungsquelle, da es sich von dem Schmetterling ernährt. Im Folgenden ein Beispiel der parasitischen Wespe, bekannt als Trichograma Wespe.

Trichograma ist eine parasitische Wespe mit einer interessanten Herangehensweise in Bezug auf seinem Lebenszyklus. Die Wespe ist winzig klein und befestigt sich an dem Abdomen des Schmetterlings, woraufhin es seine Eier innerhalb der Eier des Weibchens legt, während sie ihre Eier auf der Wirtspflanze platziert. Während die nun "paratisierten" Eier sich auf den Blättern befinden, entwickeln sich die Eier der Wespe innerhalb dieser Eier. Einige Tage später schlüpft keine hungrige Larve, sondern viele winzige Trichograma Wespen, die daraufhin in alle Richtungen fliegen um noch mehr Schmetterlinge zu finden, die sie parasitieren können.

Raubtiere dagegen sind Organismen, die Schmetterlinge schnell töten, um in einer Sitzung alle notwendigen Nährstoffe zu sich nehmen zu können. Dies beinhaltet eine grosse Vielfalt an Tieren und Insekten. Die Palette reicht von Insekten (Spinnen, Wespen und Gottesanbeter), über Reptilien (Eidechsen, Schlangen, Frösche und Fische) bis hin zu Säugetieren (Vögel und Affen).

Was ist ein Abwehrmechanismus?
Ein Abwehrmechanismus ist eine besondere Eigenschaft, die Schmetterlinge entwickelt haben, um sich gegen eine lange Liste von Raubtieren zu verteidigen. Ein allgemeines Beispiel welches von vielen Schmetterlingen benutzt wird, ist die Tarnung. Während vielen Phasen seines Lebenszyklus, nimmt der Schmetterling bestimmte Farben oder Eigenschaften an, die ihm helfen sich in seiner Umgebung zu integrieren, um zu vermeiden gejagt zu werden. Andere Beispiele sind Schmetterlinge, die giftig sind, wie die Monarchschmetterlinge. Weitere Informationen finden Sie in dem Studentenhandbuch unter Abwehrmechanismen.

Weshalb hat der "Eulenschmetterling" (Caligo spp.) "Augen" auf seine hinteren Flügel?

Dies ist ein ausgezeichnetes Beispiel eines Abwehrmechanismus. Eine gut erklärte Theorie sagt aus, dass diese als gefälschte Augen fungieren, die Raubtiere anziehen, wodurch diese die "am wenigsten empfindliche" Stelle ihres Körpers angreifen. Ein Raubtier (wie beispielsweise ein Vogel), schiesst herab um den scheinbar meist empfindlichen Teil des Schmetterlings, nämlich den Kopf mit den Augen, zu attackieren. In Wirklichkeit allerdings frisst der Vogel lediglich einen Teil des meist schlecht schmeckenden und nahrungslosen Hinterflügels. Der Eulenschmetterling kann nun, anhand seiner Fähigkeit mittels seiner Antennen das Gleichgewicht zu behalten, relativ unversehrt entwischen.

Kann das Gift eines Schmetterlings ein Raubtier, das den Schmetterling verzehrt, tatsächlich umbringen?
Nein, denn dies würde dem Raubtier keine Lektion erteilen und der gesamten Schmetterlingssorte keinen Vorteil einbringen. Giftige Schmetterlinge besitzen gerade ausreichend Gift um das Raubtier krank zu machen und ihm somit eine Lektion zu erteilen,  wodurch es diese Schmetterlingssorte in Zukunft vermeidet.

Was ist Mimikry?
Es gibt viele Schmetterlinge, die für Raubtiere giftig sind. In diesen Fällen ist der Schmetterling oft bunt und in irgendeiner Art und Weise auffallend. Dies dient dem Zweck, dass diese Schmetterlinge einfach zu erkennen sind für diejenigen Raubtiere, die bereits eher einen Schmetterling derselben Spezies konsumiert haben, und dadurch krank geworden sind.  Aus diesem Grund wird angenommen, dass sich einige Schmetterlinge so entwickelt haben, dass sie diejenigen Schmetterlingssorten "mimen", die tatsächlich giftig sind. Die "mimenden" Schmetterlinge sind zwar selbst nicht giftig, erscheinen aber so in den Augen des Raubtiers.

Weshalb sind Schmetterlinge typischerweise aktiver während den Morgenstunden?
Da Schmetterlinge kaltblütig sind, benötigen sie die Wärme der Sonne um ihren Körper so aufzuwärmen, dass  sie problemlos fliegen können.  Viele Schmetterlinge fliegen aufgrund des Sonnenscheins lieber während der Morgenstunden (und vor dem Mittagsschauer).

SCHMETTERLINGSZUCHT

Weshalb ist Schmetterlingszucht eine Agrikultur, die Naturschutz fördert?
Im Gegensatz zu den meisten Arten der Agrikultur in tropischen Ländern, die für ihre Ernte oder ihr grasendes Vieh einen gerodeten Wald benötigen, ist die Schmetterlingszucht von einem intakten Wald abhängig. Da der Schmetterlingszüchter die Wirtspflanzen für das Züchten der Larve versammelt, ist die jeweilige Schmetterlingsfarm von einem bewaldeten Grundstück abhängig. Ausserdem züchten die Farmer ihre Schmetterlinge in abgegrenzten Gebieten, und belasten somit nicht die natürliche Schmetterlingspopulation.

Wie hoch ist die Überlebensrate von Schmetterlingen auf einer typischen Schmetterlingsfarm?
Da eine Schmetterlingsfarm versucht die Risiken eines Schmetterlings während den verschiedenen Phasen seines Lebenzyklus zu minimieren, kann die Überlebensrate auf einer Farm bis zu 90% betragen.

Wie züchtet der Farmer seine Schmetterlinge?
Informationen hierüber entnehmen Sie bitte dem Abschnitt der Webseite mit dem Titel "Über Schmetterlingszucht" .

Kann ein Schmetterlingszüchter mit seiner Farm genügend Geld verdienen um seine Familie zu ernähren?
Ja. Im Falle der über 100 Familien, die ihre Schmetterlinge für CRES züchten, verdienen fast alle ein höheres Gehalt als die durchschnittlichen, auf dem Land lebenden Costa Ricaner.

Wieso züchten Schmetterlingsaussteller, die lebende Schmetterlinge importieren, nicht einfach ihre eigenen Schmetterlinge?

Erstens, befinden sich die meist bunten und auffälligen Schmetterlinge vor Allem in den Tropen. Es ist viel praktischer Schmetterlinge in ihrem natürlichen Lebensraum zu züchten, da die Wirtspflanzen wovon Schmetterlinge abhängig sind, hier frei wachsen. Die Larven haben einen riesigen Appetit und benötigen grosse Mengen an Nahrung während der drei bis vier Wochen dauernden Wachstumsphase. Wenn Aussteller ihre eigenen tropischen Schmetterlinge züchten würden, bräuchten sie grosse Gebiete für Gewächshäuser um genügend Pflanzen für die Larven zu haben. Eine solche Entscheidung wäre weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.

 

Murals of La Guácima

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